Groß Glienicker See: Das schönste Gewässer Berlins

Was wäre, wenn es in Berlin einen See gäbe, dessen Strand es mit der Copacabana aufnehmen kann?

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Der Strand am Alt Glienicker See ist vielleicht der schönste (und vollste) in der Bundesrepublik. Foto: Imanuel Marcus

Die Berliner Gesundheitsbehörde hat einige Aufgaben zu erledigen. Eine davon ist die regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität in den Badeseen der Stadt, darunter auch der Groß Glienicker See, eines der schönsten und saubersten Gewässer Berlins. Kaum irgendwo sonst können Schwimmer nicht nur ihre eigenen Füße sehen, sondern auch, was sich um sie herum im Wasser abspielt.

Es ist kein Zufall, dass das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales erklärt: “Auf Grundlage der mikrobiologischen Messdaten aus den letzten 4 Jahren ist die Einstufung des Groß Glienicker Sees als Badegewässer mit ›ausgezeichneter Qualität‹ erfolgt.” Hier sehen wir den Hai, bevor er an uns herumknabbert. Und er uns.

Die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg verläuft mitten durch den Groß Glienicker See. Foto: Imanuel Marcus

Winzige Plastikschaufeln

Solange sich die Menschen anständig verhalten, bleibt das Wasser des Sees so sauber wie es ist. Ein natürlicher Zufluss existiert nicht. Nur starker Regen könnte theoretisch Schmutz hineinspülen. Deshalb prüfen Behördenmitarbeiter mit Reagenzgläsern regelmäßig das Wasser. Müll oder die Nutzung des Ufers als Toilette sind tabu. Auch Motorboote sind hier verboten, was eine weitere mögliche Verschmutzungsquelle ausschließt. Leute, dieser See ist sauber. Capisci?

Genau deshalb ist die „Europäische Wasserstelle”, ein Strandabschnitt am Ufer, an Wochenenden meist überfüllt. Das Wasser ist noch kalt genug, um empfindliche Körperteile zusammenschrumpfen zu lassen, doch das scheint niemanden zu stören. Nach der Hitzwelle ist vor der Hitzewelle. Berlin braucht einen kleinen Strandurlaub. Teenager spielen hier Christoph Kolumbus auf Schlauchbooten, während kleinere Kinder mit winzigen Plastikschaufeln im Sand graben. Wer diese Art von Idylle will, ist hier richtig.

Eine Tretboot-Tour ist das Richtige für Liebespaare. Romantik pur. Foto: Imanuel Marcus

Teuer, aber lecker

Am Groß Glienicker See gibt es für Jugendliche und Erwachsene viel zu tun. Manche schwimmen etwa von Berlin nach Brandenburg und wieder zurück. Da die Landesgrenze mitten durch den See verläuft, ist dies deutlich einfacher, als den Ärmelkanal schwimmend zu durchqueren. Andere Kurzurlauber stehen auf SUP-Boards, wieder andere leihen sich Boote aus, um den See zu erkunden.

Im „Bootshaus”, das auf der Berliner Seite, aber direkt an der Grenze liegt, genießen Familien teure, aber köstliche Mittag- und Abendessen, während ihre Kinder auf dem Spielplatz toben. Bier fließt in Strömen. An einem der Bäume im beeindruckenden Garten des Restaurants erinnert ein altes Schild daran, wo man sich befindet: „Grenzgebiet. Durchgang nicht gestattet.” Ja, hier verlief einst die Grenze zwischen West-Berlin und der Deutschen Demokratischen Republik, die ungefähr so demokratisch war wie Kuba heute.

Der Groß Glienicker See ist einer der hübschesten Flecken Wasser in der Hauptstadt. Foto: Imanuel Marcus

Frisierte Auspuffrohre

Wer nicht schwimmen will, kann auch durch ein kleines Waldstück nach Brandenburg spazieren. Dort, hinter eleganten Einfamilienhäusern mit großen Gärten versteckt, liegt eine weitere ebenso kleine wie öffentliche Badestelle. Von hier aus kann man den überfüllten Strand auf der Berliner Seite winkend grüßen. Weiter am Ufer entlangzulaufen ist laut Schild verboten.

Auf der Berliner Seite des Sees gibt es zwei Campingplätze. Viele Berliner haben dort dauerhaft ihre Wohnwagen stehen. Warum nach Bordeaux fahren, wenn der nächste Strand so nah ist? Nun, vielleicht wegen der Parkplatzsuche. An sonnigen Wochenenden kommt praktisch ganz Berlin hierher — inklusive jener rücksichtslosen Zeitgenossen auf Harley-Davidsons mit frisierten Auspuffrohren, die die gesamte Gegend mit ihrem Lärm terrorisieren. Wer zu einer verrückten Uhrzeit hinfährt, etwa um sieben Uhr morgens, ist klar im Vorteil.

Wer nicht die ganze Stadt treffen will, sollte sehr früh herkommen. Foto: Imanuel Marcus

Hechte und Barsche

Im Winter, wenn kaum jemand dort ist, lässt sich ein schöner Spaziergang deutlich entspannter genießen als im Frühling oder Sommer. Eine weitere Beschäftigung am See ist das Angeln. Laut einer Infotafel am Ufer leben im Großen Glienicker See Aale, Hechte und Barsche. Die Gabel nicht vergessen.

Übrigens: Wir sollten die Existenz des Groß Glienicker Sees und die Schönheit seines Strandes lieber für uns behalten — aus offensichtlichen Gründen. Die Anwohner rund um den See sind schon jetzt genervt. Also: keine Empfehlungen, keine Artikel, keine Fotos.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde erstmals auf The Berlin Spectator veröffentlicht. Im Zuge der Einrichtung dieses Blogs wurde er mithilfe von KI ins Deutsche übertragen. Neue Beiträge schreiben wir aber komplett selbst.

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