Mit wem hat Steffen Krach?

Die Wahl zum Abgeordnetenhaus rückt näher. Welche Möglichkeiten haben die beiden Kandidaten größerer Parteien, die der politischen Mitte am nächsten sind? Wer ist die beste Wahl gegen Extremismus im Senat?

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SPD-Plakat mit Steffen Krach auf der Friedrichstraße

Steffen hat Krach mit Links. Denn der potentielle Koalitionspartner Die Linke will weiterhin Enteignungen großer Immobilienunternehmen. Krach lehnt dies ab und möchte lieber das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in der Friedrichstraße enteignen – wegen des bestehenden Spionageverdachts.

Krach hat nicht nur Krach, sondern auch eine erhebliche Herausforderung vor sich. Vermutlich hat er den schwersten Stand von allen ernstzunehmenden Spitzenkandidaten im Berliner Wahlkampf. Sollten sich die Umfragen auch nur als halbwegs zuverlässiger Hinweis auf das Wahlergebnis herausstellen, wäre der junge Sozialdemokrat in einer Zwickmühle.

Er könnte die Wiederauflage von Rot-Rot-Grün möglich machen. Allerdings müsste er womöglich Juniorpartner sein, während ausgerechnet die Linken die Senatskanzlei im Roten Rathaus übernehmen würden. Wie soll Krach die Linken in diesem Fall in Schach halten, mit ihrem Enteignungsplan, von dem sie nicht abrücken wollen?

Im Vergleich zu diesem Konfliktpotential verblasst die Möglichkeit von neuem Krach mit den Grünen um Blumentöpfe auf der Friedrichstraße zu einer harmlosen Meinungsverschiedenheit. Ihre Forderungen zur Verkehrspolitik scheinen die Grünen abgemildert zu haben. Als sie Teil von Müllers und Giffeys Koalitionen waren, sorgten sie für Tempo 30 auf zahlreichen Berliner Hauptstraßen. Auf ihren neuen Plakaten ist nur noch von “Tempo 30 vor Schulen” die Rede. An dieser Stelle dürfte es kaum Krach mit Krach geben.

Dann ist das noch die andere Option, nämlich ein Zusammenschluss mit dem fleißigen Konservativen Stefan Evers. Hier steht aber die Mathematik im Weg. Es reicht laut Umfragezahlen nicht. Es sei denn, die Grünen werden ins Boot geholt. Diese sind in Berlin aber vermutlich zu links, um diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen, solange sie auch die andere haben. Könnten Steffen und Stefan allein kooperieren, wäre die Sache vielleicht geritzt. Die Realität nervt manchmal.

Dies könnte CDU-Mann Evers auch so sehen, denn SPD und Grüne sind seine einzigen möglichen Koalitionspartner, wenn wir CDU-Parteibeschlüsse berücksichtigen. Er müsste am 20. September auf Platz eins kommen. Auch müsste er dafür beten, dass die Grünen mitmachen und ihnen das Grüne (um Himmels Willen nicht das Blaue) vom Himmel versprechen, um Schwarz-Grün-Rot für sie zumindest etwas attraktiv zu machen.

Schwarz-Grün-Rot (oder Schwarz-Rot-Grün) ist wohl der einzige Weg, wenn sich Berlin nicht von einer Partei wie Die Linke regieren lassen will, in deren Mitte auch Antisemiten und andere Extremisten etwas zu melden haben.

Wer Extremisten aus der Senatskanzlei heraushalten und sicherstellen will, dass er oder sie keine Stimme verschenkt (zum Beispiel an die FDP, die es womöglich nicht ins Abgeordnetenhaus schafft), muss Evers’ CDU oder Krachs SPD wählen. Letztendlich kommen als demokratische Partei auch die Grünen infrage, aber je stärker sie sind, desto wahrscheinlicher wird Dunkelrot-Grün-Rot. Die beste Versicherung gegen Extremismus im Senat ist offensichtlich Evers.

Der einzige schon vor dem 20. September vorhandene Lichtblick: Die blau-braune Soße hat keinen Weg in die Senatskanzlei. In Berlin ist die AfD zwar auch viel zu stark, aber weitaus schwächer als in allen anderen ostdeutschen Bundesländern.

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