Top-10-Liste: Bemerkenswerte, deutsche Pop- und Rock-Songs

Vor vier bis fünf Jahrzehnten wurden in diesem Land bemerkenswerte Pop- und Rock-Songs aufgenommen. Hier sind zehn davon.

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Anyone's Daughter. Foto: Chris Speda

Nur wenige deutsche Pop- oder Rock-Bands haben es geschafft, die Welt zu erobern. Zu den Ausnahmen gehörten die Hard-Rocker der Scorpions und die Wave-Pop-Formation Alphaville. Etwas weniger prominente Musikgruppen wie Kraftwerk und Tangerine Dream wurden ebenfalls im Ausland gehört. Auch gibt es Musik, die hätte exportiert werden müssen. Wegen der Sprache der Texte oder aus anderen Gründen klappte es aber nicht.

Hier sind zehn Songs aus beiden Kategorien.

Spliff “Sweet as Radio” (1980)

Spliff wurde von Herwig Mitteregger, Bernhard Potschka und Manfred Praeker in Berlin gegründet, nachdem sie die Nina Hagen Band mit der gleichnamigen Sängerin betrieben hatten. Nach der Trennung schufen sie die Rockoper “Spliff Radio Show”. “Sweet as Radio” ist der erste Song auf der Schallplatte, die damals entstand.

Scorpions “In Trance” (1975)

The Scorpions aus Hannover sind zweifellos die prominenteste deutsche Band. Vor 57 Jahren begannen sie, die Welt mit Hard Rock made in Germany zu erobern. Songs wie “Rock You Like a Hurricane” oder “Wind of Change” wurden überall im Radio gespielt, als gäbe es kein Morgen. Sänger Klaus Meine und seine Kollegen schafften es, 110 Millionen Alben zu verkaufen. Sie sind die ersten und einzigen Deutschen mit Zahlen dieser Art. “In Trance” war das dritte Studioalbum. Dies ist der Title Track.

Anyone’s Daughter “Piktors Verwandlungen” (1981)

“Anyone’s Daughter” ist der Titel eines Songs von Deep Purple. Uwe Karpa und Matthias Ulmer nutzten ihn als Bandnamen, als sie 1972 in Stuttgart ihre Prog-Rock-Formation gründeten. Von 1980 an gaben sie große Konzerte in der ganzen Bundesrepublik. Sie sangen auf Englisch und Deutsch. Der Gitarrist Uwe Karpa ist ein Genie. Auf der Bühne gab er seine unglaublichen Solos souverän zum Besten, ohne diese albernen Gesichtsverzerrungen vieler seiner Kollegen (von Clapton bis Santana). “Piktors Verwandlungen” ist eine Geschichte von Hermann Hesse, die die Band so beeindruckte, dass sie diese Rock-Sinfonie schufen. Das Gitarrensolo bei 5:15 ist sprichwörtlich umwerfend.

Schwoißfuaß “Oinr Isch Emmr dr Arsch” (1981)

In den späten 1970er Jahren war Schwoißfuaß eine der ersten Schwabenrock-Bands. Sänger Alex Köberlein sang Songs, deren Text man im Norden schlicht nicht verstand. “Oinr isch immer dr Arsch” kam sowohl auf Schallplatte als auch live sehr gut ‘rüber. Dies gilt vor allem für den Refrain.

BAP “Do Kanns Zaubere” (1982)

Bei BAP war es für Softies immer “Do Kanns Zaubere”. Unvergesslich.

Kraftwerk ‘Autobahn’ (1974)

Ralf Hütter und Florian Schneider gründeten Kraftwerk in Düsseldorf im Jahr 1970. Damals hatten wir keine Ahnung, dass sich langsam ein Techno-Tsunami bildete, der uns leider Jahrzehnte später erreichen würde. Kraftwerk hatte schon damals Ideen. Die New York Times nannte diese Band “die Beatles der tanzbaren elektronischen Musik”. “Autobahn” hat ebenfalls Kult-Status.

Ulla Meinecke ’50 Tips’ (1983)

Ulla Meinecke war von Paul Simon so angetan, dass sie “50 Ways to Leave Your Lover” einfach interpretieren musste. Sie nutzte allerdings die Sprache von Goethe und Schiller. “50 Tips ihn zu verlassen” setzte sich durch. Warum? Keine Ahnung.

Ton Steine Scherben “Paul Panzer Blues” (1972)

Bis heute klingt keine deutsche Band wie Ton Steine Scherben. Sowohl der Blues als auch die Texte dieser Formation waren in jeder Hinsicht revolutionär. Der “Paul Panzer Blues” verdeutlicht dies wohl am besten.

Jane Hangman” (1976)

Die Gruppe Jane aus Hannover gehören ebenfalls zu den deutschen Rock-Pionieren. Melodischer Rock, geschrieben und gespielt von Werner Nadolny, Klaus Hess, Peter Panka und Charly Maucher.

Trio Rio “New York, Rio, Tokyo” (1986)

Trio Rio wurde 1983 als Latin Jazz-Formation gegründet. Peter Fessler, Cläusel Quitschau und Klaus Mages beschlossen aber nach einer Weile, kommerziellere Stücke zu spielen, um mehr Publikum zu generieren. Dies gelang ihnen mit “New York – Rio – Tokyo”. Auch der großartige Hamburger Percussionist Pablo Escayola war dabei.

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